Wie ein Blütenkorb seine Form verändert
- Familie
Korbblütler (Asteraceae) - Gattungsareal
gemäßigtes Eurasien bis Nordindochina - Blütenstand
viele Einzelblüten in einem Körbchen - Kultur
seit Jahrhunderten in Ostasien
Chrysanthemen bringen Farbe, Volumen und Haltbarkeit in den Strauß. Sie passen gut zu herbstlichen, freundlichen und langlebigen Blumengrüßen.
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Chrysanthemen können flach, strahlenförmig, kugelig oder fast spinnenartig aussehen. Hinter dieser Vielfalt steht derselbe Grundbauplan der Korbblütler: Viele kleine Einzelblüten bilden gemeinsam einen Blütenkopf. Züchtung verändert ihre Anordnung und erzeugt daraus sehr unterschiedliche Silhouetten.
Chrysanthemen wurden in China über viele Jahrhunderte kultiviert und gelangten spätestens im 8. Jahrhundert nach Japan, wo sich eine eigenständige Kultur- und Zuchtgeschichte entwickelte. Nach Europa kamen sie wesentlich später. Die heutige Formenvielfalt ist daher nicht das Ergebnis einer einzigen Wildart, sondern langer Auswahl und Kreuzung verschiedener ostasiatischer Ausgangsformen.
Bei offenen Formen bilden Zungenblüten den farbigen Rand, während kurze Röhrenblüten die Mitte füllen. Züchtung kann die Mitte betonen, verdecken oder beinahe vollständig in lange Strahlen auflösen.
Bei kugeligen Typen stehen die Blüten dicht und regelmäßig. Die einzelne Blüte tritt zurück; wahrgenommen werden Volumen, Textur und die geschlossene Rundung.
Sehr schmale, verlängerte Blütenblätter erzeugen eine luftige, strahlenförmige Kontur. Damit wirkt dieselbe botanische Grundstruktur deutlich grafischer als bei kompakten Pompons.
Verzweigte Chrysanthemen verteilen viele kleinere Blüten und füllen Zwischenräume, ohne nur als Hintergrund zu dienen. Eine großblumige Form kann dagegen allein als Blickpunkt stehen. Weil Form und Größe stark variieren, lohnt sich bei Chrysanthemen zuerst der Blick auf die Silhouette und erst danach auf die Farbe.