Lippe, Säule und Pollinien
- Familie
Orchidaceae - Vielfalt
rund 26.000 Arten - Symmetrie
zweiseitig - Schlüsselmerkmal
Lippe und Säule
Orchideen wirken edel, ruhig und langlebig. Wähle sie als stilvolles Geschenk oder als dekorative Zimmerpflanze mit besonderer Blüte.
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Orchideen sind keine einzelne Blütenform, sondern eine der größten Pflanzenfamilien. Trotz ihrer Vielfalt folgt die Blüte einem wiedererkennbaren Bauplan: Sie ist zweiseitig symmetrisch, besitzt eine auffällige Lippe und vereint Staub- und Fruchtblattteile in einer Säule. Diese klare Gliederung macht Orchideenblüten grafisch und unverwechselbar.
Die Familie Orchidaceae wurde 1789 botanisch veröffentlicht und umfasst nach heutiger Einordnung ungefähr 760 Gattungen mit rund 26.000 Arten. Orchideen leben auf fast allen Kontinenten; mehr als drei Viertel der Arten wachsen epiphytisch auf anderen Pflanzen, ohne ihnen als Parasiten Nährstoffe zu entziehen. Ihre staubfeinen Samen benötigen in der Natur Pilzpartner, um keimen zu können.
Eines der drei inneren Blütenhüllblätter ist zur Lippe spezialisiert. Sie unterscheidet sich in Form und Zeichnung deutlich von den übrigen Teilen und dient häufig als Lande- oder Leitelement für Bestäuber.
Anders als bei vielen Blüten stehen die Fortpflanzungsorgane nicht getrennt. Sie sind zu einer zentralen Säule verwachsen, die den Blütenbau kompakt und klar gegliedert erscheinen lässt.
Der Blütenstaub liegt bei Orchideen meist nicht lose vor, sondern ist zu Pollinien gebündelt. Diese Pakete werden bei der Bestäubung gezielt von einer Blüte zur nächsten transportiert.
Eine einzelne Orchideenblüte kann durch ihre präzise Kontur bereits als Akzent funktionieren. An einer Rispe wiederholt sich die Form in Abständen und zeichnet eine elegante Linie. Deshalb brauchen Orchideen in Arrangements nicht zwingend viel Masse: Freiraum macht Lippe, Säule und Farbzeichnung besser sichtbar.